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Im Südwesten der USA

Der Klassiker: Zuerst nach Las Vegas und dann auf eine Rundtour durch Arizona und südliches Utah. Landschaftlich ist Nordamerika hier vielleicht am beindruckensten, und man kann wohl sein Leben dort verbringen, ohne alles gesehen zu haben. Ich hatte im Januar 2008 leider nur zwei Wochen.

Eine Reise dorthin im Januar hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Das größte Manko ist wohl das Wetter. Es ist lausig kalt und teilweise ist die Landschaft sehr verschneit (von wegen Wüste!). Viele Trails sind aufgrund des Schnees geschlossen. Auf der anderen Seite ist es aber meistens sonnig und sehr trocken und daher nicht wirklich unangenehm. Ein weiterer Nachteil sind natürlich auch die kurzen Tage.

Auf der positiven Seite stehen die moderaten Preise der Hotels, die teilweise nur halb soviel kosten wie zur Hauptsaison, und die (relativ) wenigen Besucher. Die vielen Naturwunder in der Region kann man so in Ruhe genießen.

Las Vegas
Zu Las Vegas will ich an dieser Stelle nicht viel sagen. Es gibt mehr als genug Internetseiten mit Informationen und guten Fotos. Hier nur ein paar Bilder von Sehenswürdigkeiten, die vielleicht nicht ganz so populär sind.

Eine Rekonstruktion des Mormonenforts der ersten Siedler bildet den Mittelpunkt des Old Las Vegas Mormon State Historic Park.

Im Liberace Museum können die farbenprächtigen Kostüme und verrückten Autos des exzentrischen Pianisten bewundert werden.

Die Chihuly Installation an der Decke der Rezeption des Bellagio. Im Mirage (und hier) gibt es weitere Kunstwerke des berühmten Glaskünstlers zu sehen.

Ebenfalls im Bellagio gab es eine Ausstellung zum chinesischen Neujahr welches gerade stattfand.

Von Las Vegas nach Phoenix

Die 600 km sind zwar in einem Tag zu schaffen, man sollte sich aber dennoch genug Zeit nehmen, denn dazwischen gibt es einiges zu sehen.

Von Las Vegas geht es erst einmal zum Hoover Dam. Man kann eine Tour mitmachen, das Kraftwerk besichtigen und auch das Innere der Mauer.

Danach geht es erst einmal schnurgerade bis nach Kingman weiter. Dort muss man sich entscheiden. Ich bin der Route 66 Richtung Südwesten gefolgt, da ich...

...mir die London Bridge in Lake Havasu City anschauen wollte. Die wurde 1968 - 1971 von London hierher transportiert und führt auf eine künstliche Insel mit Hotels und Freizeiteinrichtungen. Mangels Fluss wurde extra ein Kanal für die Brücke gebaut.

Phoenix ist eine der am schnellsten wachsenden Städte in den USA, und dementsprechend wenig gibt es dort zu sehen. Außer dem kleinen Stadtkern war für mich das interessanteste dort Taliesin West.
Ach ja...und warm war es dort: 25° im Januar!

Südliches Arizona
Die Interstate 19 von Tucson Richtung Mexiko ist etwas besonderes. Hier werden die Entfernungen nämlich nicht in Meilen wie sonst üblich in den USA, sondern in Kilometern angegeben. Das liegt daran, weil diese Interstate genau dann gebaut wurde, als die USA den kläglich gescheiterten Versuch unternommen hat, auf das metrische System zu wechseln.
Nicht weit von der Interstate 19 entfernt kann man einen aufgegebenen Titan 2 Bunker besuchen. Bunker, darin befindliche Rakete und alles was dazu gehört werden von einem Club gepflegt, der auch Touren anbietet. Das geht soweit, dass man sogar eine Nacht im Bunker verbringen kann. Nur Abschießen der Rakete ist nicht drin. Und Kritik an der Sinnhaftigkeit von Raketen bestückt mit Atombomben darf man auch nicht erwarten.

Nördlich von Tucson liegt die Biosphere 2. Das ist ein System von Gewächshäusern, die im Unterschied zu einem normalen Palmengarten von der Umwelt komplett abgeschlossen sind. Die Idee war, ein künstliches Ökosystem zu schaffen, in dem Menschen und Pflanzen unabhängig von der Außenwelt überleben können. So eine Art Generalprobe für eine kommende Marsstation.

Eine Gruppe von acht Menschen hat es von 1991-93 immerhin zwei Jahre darin ausgehalten. Der nächste Versuch 1994 war allerdings schon nach sechs Monaten zu Ende. Heute gehört das Gelände der University of Arizona und macht einen recht heruntergekommenen Eindruck.


Nördliches Arizona

Montezuma Castle - Meine erste Begegnung mit indianischen Ruinen.

Der Montezuma Well liegt nicht weit entfernt vom Castle und gilt als ein heiliger Ort. Am Rand des kreisrunden Sees sind weitere, kleinere Ruinen.

Der Meteor Krater ca. 30 km östlich von Flagstaff.  Es gibt am Krater ein Besucherzentrum und eine beeindruckende Aussicht aber leider keine Möglichkeit hinabzusteigen.

Nördlich von Flagstaff gibt es zwei Sehenswürdigkeiten, die miteinander verbunden sind:  Sunset Crater und Wupatki National Monument. Den Schneesturm am Vulkan hatte ich nach nicht einmal 15 Minuten Fahrt hinter mir gelassen, und der Himmel wechselte schlagartig von grau auf blau.

Schneesturm am Sunset Crater...

...15 Minuten später und 10 km weiter
Das Wupatki National Monument ist eine Ansammlung von mehreren Anasazi Ruinen. Die Ruinen der amerikanischen Ureinwohner waren für mich überhaupt das beeindruckenste der Region. Es ist einfach fazinierend zu sehen, zu was diese Menschen imstande waren. Die Gebäude sind teilweise mehrstöckig, und es gibt sogar Arenen, in denen ein Ballspiele abgehalten wurden. Erstaunlich ist auch, wie viele dieser Ruinen noch existieren sowohl ihr Alter bereits mehr als 700 Jahre beträgt. Auch brauchen sie den Vergleich mit dem was in Europa zur gleichen Zeit entstanden ist, nicht zu scheuen. Die Theorien sagen, das die Gebäude verlassen worden sind, weil die Landschaft ausgelaugt und kein Ackerbau mehr möglich war.

Übernachtet habe ich in Flagstaff. Die ganze Nacht über gab es einen heftigen Schneesturm. Am nächsten Morgen wurde ich dagegen mit einem strahlend blauem Himmel verwöhnt. Durch eine weiße Bilderbuchwinterlandschaft ging es weiter zum Grand Canyon. Leider war auf der Nebenstrecke durch den Kaibab National Forest aufgrund des Schnees irgendwann Schluss und ich musste zurück auf die Interstate 40.


Grand Canyon im Schnee

Monument Valley war ein weiterer Höhepunkt der Tour. Bei -5 Grad und mit Schnee stellt sich dort eine ganz eigene Stimmung ein, die etwas anders ist, als von Western Filmen gewöhnt. Das "Valley" ist eigentlich kein Tal sondern eine Ebene mit diesen herausragenden Felsskulpturen. Es gibt ein Besucherzentrum, und von dort lässt man sich entweder von den Navajos über die Ebene fahren oder begibt sich selbst auf einem unbefestigten Weg durch die Felsen.

Navajo National Monument. In dem riesigen Kalkoven sind Anasazi Ruinen. Im Sommer werden mehrstündige Wanderungen zu den Ruinen angeboten.

Im Winter dagegen kann man sich die Ruinen nur aus der Ferne anschauen. Auf dem Trail zum Aussichtspunkt

Kurz hinter dem Lake Powel windet sich der Colorado um einen großen Felsen herum bevor er dann weiter in den Grand Canyon fließt.

Antelope Canyon

Zion Nationalpark

Auf einem Trail durch den Canyon.